FÜR STADT & LAND

Gegründet 23. März 1878 durch Druckereibesitzer Karl Neitsch
1878 – 1906 Herausgeber Karl Neitsch
1907 – 1936 Herausgeber Heinrich Kindermann
Neugründung Januar 1990 durch Dipl. Ing. Christian Schenker

Herausgeber war Buchdruckereibesitzer Karl Neitsch, der 1906 verstarb. Zunächst führte seine Witwe die Druckerei weiter, bevor ab 1.1.1907 ihr Schwiegersohn Heinrich Kindermann die Nachfolge antrat.

Das Blatt umfasste gewöhnlich 4 Seiten, die aktuellen Innenseiten mit Tagespolitik wurden fertig gedruckt aus Berlin wöchentlich angeliefert, die Außenseiten in Wittichenau gedruckt. Ab Mitte der 20er Jahre erschien die Zeitung jeweils Mittwoch und Samstag.
Zum 30.06.1936 musste das Lokalblatt aufgrund der politischen Zeitumstände sein Erscheinen einstellen.
Heinrich Kindermann verstarb in den 50iger Jahren, sowohl nach Kriegsende, als auch danach war an das Erscheinen privater Zeitungen in der DDR nicht zu denken.

Als sich das Ende der DDR abzeichnete kam Christian Schenker, der schon Jahre vorher die alten Ausgaben sammelte, im September 1989 auf die Idee, das alte Lokalblatt wiederzubeleben.

Mehrere seiner Anträge wurden allerdings zu diesem Zeitpunkt durch Rat des Kreises Hoyerswerda und SED-Bezirksverwaltung in Cottbus mit der Begründung zurückgewiesen, in der DDR gebe es keine privaten Zeitungen.

Schließlich zeichnete sich Ende Oktober auf Vorschlag der inzwischen amtierenden Bürgermeisterin Frau Reichelt ein Kompromiss ab, man stimmte dem Erscheinen einer ersten Ausgabe im Januar 1990 unter dem Dach der Stadtverwaltung Wittichenau zu.

Am 1. Februar 1990 folgte dann auch die Lizenzurkunde des Rates des Bezirkes Cottbus. Noch im Mai 1990, einen Monat vor der Währungsreform wurde eine neuerliche Anfrage nach privater Herausgabe negativ beantwortet.

Christian Schenker hatte inzwischen eine Tätigkeit als Kulturhausleiter bzw. Kulturamtsleiter bei der Stadtverwaltung aufgenommen, wobei ein Großteil seiner Arbeit die redaktionelle Gestaltung der Zeitung beinhaltete. Der Druck erfolgte seit Januar 1990 über die Lessingdruckerei Kamenz.
Trotz seiner Tätigkeit bei der Stadtverwaltung verlor Christian Schenker sein Anliegen von 1989 nicht aus den Augen, aufgrund der Größe des Einzugsgebietes zögerte er aber zunächst, eine Privatisierung anzugehen.

Ende 1994 dann ein neuerlicher Versuch und somit erscheint das Wochenblatt seit 1. Januar 1995 privat.  Zunächst wöchentlich aber aus praktischen Gründen seit 2007 14 tägig, mit ca. 24 Seiten,  zuzüglich Amtsblatt der Stadt Wittichenau.

Zum 1. Januar 2022 übernahm Alexandra Heil (geb. Schenker) die Leitung des Wittichenauer Wochenblattes als Verlegerin und Chefredakteurin. Damit führt sie das Lebenswerk ihres Vaters, Dipl.-Ing. Christian Schenker, in zweiter Generation fort. Die erste Ausgabe unter ihrer vollständigen Verantwortung erschien zum Jahresbeginn 2022. Die Übernahme erfolgte in einer Phase, in der Christian Schenker aufgrund einer schweren Erkrankung seine Arbeit nicht mehr fortführen konnte. Um die Kontinuität des Wochenblattes zu sichern, trat seine Tochter an seine Stelle.

Christian Schenker, der das Wochenblatt seit 1990 geprägt und über Jahrzehnte aufgebaut hatte, verstarb im Februar 2023 infolge eines Hirntumors. Bis zuletzt begleitete er die Entwicklung der Zeitung mit großem Interesse und blieb ihr eng verbunden.
Unter der neuen Leitung wird das Wochenblatt in bewährter Form fortgeführt: mit einem klaren Fokus auf lokale Ereignisse, Vereinsleben, kirchliche Traditionen und das gesellschaftliche Miteinander in Wittichenau und den Ortsteilen. Der 14‑tägige Erscheinungsrhythmus sowie der Umfang von rund 24 Seiten zuzüglich Amtsblatt wurden beibehalten. Inhaltlich wie gestalterisch wird die Zeitung kontinuierlich weiterentwickelt, ohne ihren regionalen Charakter und ihre Verwurzelung zu verlieren.

Anfang 2026 musste das Format aufgrund der Schließung der langjährigen Druckerei auf A4 umgestellt werden. Seitdem wird das Wochenblatt im Druckhaus Scholz in Hoyerswerda produziert. Durch die Verkleinerung des Formats wurde der Umfang auf 28 Seiten erhöht; bei Bedarf erscheinen Ausgaben auch mit größerem Seitenumfang.

Damit setzt das Wittichenauer Wochenblatt seine über 140‑jährige Geschichte fort – von den Anfängen 1878 über die Neugründung 1990 bis in die Gegenwart.